Donnerstag, 7. März 2019

Von Townsville nach Cairns


Nach unserem Badeausflug in Rollingstone ging es am nächsten Morgen weiter nach Ingham. Dort hatten wir uns inzwischen mit Sophie verabredet, die noch einen Tag in Townsville geblieben war. In Ingham hielten wir vor der Post und liefen durch das „Zentrum“ des Ortes, das aus einer Straße mit älteren Gebäuden bestand. Dort vor die Post sollte Sophie kommen. Nachdem wir beim Infozentrum zwei nette alte Damen befragt hatten, was in der Umgebung so geboten sei, schlenderten wir zurück Richtung Zentrum und suchten uns ein Cafe, in dem wir auf Sophie warten wollten. Dort hatten wir uns kaum niedergelassen, als sie auch schon auftauchte und wir zum nahen Coles gemeinsam zum Einkaufen gingen.
Wir beschlossen, auf den 3 Kilometer entfernten Campingplatz zu fahren, den Camper dort abzustellen und danach mit Sophies Auto zu den Wallamanfalls zu fahren, den höchsten Wasserfällen Australiens mit 268 Metern. Wir machten erst einige Fotos von einem Aussichtspunkt aus und Sophie und Fritz gingen am oberen Becken vor dem Wasserfall schwimmen. Nach unten war der Weg gesperrt und für die Tageszeit auch zu weit, weil vor allem der Rückweg sehr steil und anstrengend ist. Die natürlich auch dort vorhandenen Schilder warnen eindringlich vor Überanstrengung und sogar Todesgefahr.

auf dem Weg zum Wasserfall


der höchte Wasserfall Australiens
Zurück am Campingplatz kochten wir uns Abendessen, tranken unsere übliche Ration Hammer ‚n‘  Tongs und gingen früh ins Bett. Sobald es hier dunkel wird ist nichts mehr los und man hat das Gefühl, dass sich alles Leben zu Hause abspielt. Sophie hatte uns eingeschärft, nachts immer nur mit Taschenlampe zum Waschhaus zu gehen, weil man sonst leicht auf giftige Schlangen treten kann. Ich nahm das nicht so genau, vor allem weil es nur ein paar Meter bis zu den Sanitäranlagen war. Prompt stieß Fritz in der Dunkelheit auf eine große dunkelbraune Schlange, die er ohne Taschenlampe nicht entdeckt hätte!
Wir hatten am Abend schon besprochen, dass wir nicht die Route an der Küste entlang nach Cairns nehmen wollten, sondern nochmal ein Stück ins Landesinnere über die Atherton Tablelands. Der Weg führte uns auf dem Weg nach Innisfail zunächst am Hichinbrook Lookout vorbei, von dem man eine fantastische Aussicht auf die gleichnamige Insel hat. Unser nächster Stopp war Cardwell, das direkt am Meer liegt. Man kann direkt am Strand halten und schöne Fotos machen – das reinste Postkartenidyll, wie man sich halt einen tropischen Sandstrand vorstellt. Leider kann man nicht reingehen wegen der Salzwasserkrokodile und am Strand kann man sich auch nicht aufhalten wegen der Sandfliegen. Too bad!

Strand von Cardwell



Sophie zeigte uns  anschließend Tully mit seinem Wahrzeichen, dem goldenen Gummistiefel. Tully ist die feuchteste Stadt Australiens und so viel Wasser, wie in den Gummistiefel passt fiel im Jahr 1985 auf einen Quadratmeter. Ausserdem hat Sophie in Tully drei Tage lang auf einer Bananenfarm gearbeitet, bis sie gefeuert wurde. Das ist ein trostloser Ort, der nichts außer Farmarbeit zu bieten hat.  Es muss schrecklich gewesen sein bei diesem schwül-heißem Klima, den Spinnen und den rauen Umgangston! Da tat sie mir im Nachhinein noch ziemlich leid, dass sie das machen musste.

Nachdem wir unsere Vorräte in Innisfail aufgefüllt hatten, fuhren wir hoch in die Tablelands. Dort wurde es merklich kühler und die Landschaft und Vegetation änderte sich schnell. Wir kamen an einer Teeplantage vorbei und die Zuckerrohrfelder machten Viehweiden Platz, auf denen viele Rinder und einige Schafe grasten. Es sah fast wie im bayrischen Voralpenland aus.

Teeplantage
Tablelands



Am Spätnachmittag erreichten wi r Millaa Millaa, wo wir auf einem Campingplatz eincheckten. Von dort aus erkundeten wir mit Sophies Auto den nahegelegenen Waterfall Circuit. Auf diesem Rundweg kommt man an drei sehr schönen Wasserfällen vorbei. Leider konnten wir keine der hier vorkommenden Baumkängurus oder Schnabeltiere sehen, aber die Wasserfälle haben uns sehr gut gefalllen.
Atherton
Nach dem Frühstück ging es am nächsten Tag weiter zum in der Regenzeit mit bis zu 65 Metern, breitesten Wasserfall Australiens – den Millistream Falls. Auf dem Weg nach Atherton, der Hauptstadt der Tablelands, kamen wir an einem Nationalpark vorbei, der einen gruseligen und sehr tiefen Kratersee hat, der Hypipamee National Park, genannt „The Crater“. Der liegt in einem sehr schönen Regenwaldgebiet und man kann ihn von einer Aussichtsplattform aus anschauen. Reingehen kann und will man da gar nicht. Er hat einen Durchmesser von mehr als 60 Meter und  eine Wassertiefe von 85 Meter. Er soll durch eine Gasexplosion entstanden sein. In dem Wasser leben einzigartige Bakterien und wer weiß, was sonst noch alles. Er wirkt jedenfalls ziemlich gruselig.

Breitester Wasserfall Australiens


The Crater
Nach dem Kratersee erreichten wir in der Nähe von Mareeba den Granite Gorge, wo wir auch die Nacht über bleiben wollten. Dort gibt es riesige Granitblöcke, zwischen denen ein Bach verläuft und Pools zum Schwimmen bildet, in denen man auch tatsächlich baden kann. An den Felsen leben Rockwallabys, die an Menschen gewöhnt sind und die man füttern kann. Sehr putzig! Die Wanderung, die wir durch das Gelände unternahmen, haben wir etwas unterschätzt. Von der Entfernung her war es nicht so wild, aber man musste ziemlich viel über die zum Teil sehr steilen Felsen klettern, so dass wir verschwitzt und müde zu unserem Camper zurückkehrten, wo dank unseres Kühlschranks ein kaltes Bier sofort zur Belohnung auf uns wartete.

Straße zum Granite Gorge

Rockwallabies


Fressen aus der Hand

Dino-Fußabdruck
 

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