Nach unserem Badeausflug in Rollingstone ging es am nächsten
Morgen weiter nach Ingham. Dort hatten wir uns inzwischen mit Sophie
verabredet, die noch einen Tag in Townsville geblieben war. In Ingham hielten
wir vor der Post und liefen durch das „Zentrum“ des Ortes, das aus einer Straße
mit älteren Gebäuden bestand. Dort vor die Post sollte Sophie kommen. Nachdem
wir beim Infozentrum zwei nette alte Damen befragt hatten, was in der Umgebung
so geboten sei, schlenderten wir zurück Richtung Zentrum und suchten uns ein
Cafe, in dem wir auf Sophie warten wollten. Dort hatten wir uns kaum
niedergelassen, als sie auch schon auftauchte und wir zum nahen Coles gemeinsam
zum Einkaufen gingen.
Wir beschlossen, auf den 3 Kilometer entfernten Campingplatz
zu fahren, den Camper dort abzustellen und danach mit Sophies Auto zu den
Wallamanfalls zu fahren, den höchsten Wasserfällen Australiens mit 268 Metern.
Wir machten erst einige Fotos von einem Aussichtspunkt aus und Sophie und Fritz
gingen am oberen Becken vor dem Wasserfall schwimmen. Nach unten war der Weg
gesperrt und für die Tageszeit auch zu weit, weil vor allem der Rückweg sehr
steil und anstrengend ist. Die natürlich auch dort vorhandenen Schilder warnen
eindringlich vor Überanstrengung und sogar Todesgefahr.
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| auf dem Weg zum Wasserfall |
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| der höchte Wasserfall Australiens |
Zurück am Campingplatz kochten wir uns Abendessen, tranken
unsere übliche Ration Hammer ‚n‘ Tongs
und gingen früh ins Bett. Sobald es hier dunkel wird ist nichts mehr los und man
hat das Gefühl, dass sich alles Leben zu Hause abspielt. Sophie hatte uns eingeschärft, nachts immer nur mit Taschenlampe zum Waschhaus zu gehen, weil man sonst leicht auf giftige Schlangen treten kann. Ich nahm das nicht so genau, vor allem weil es nur ein paar Meter bis zu den Sanitäranlagen war. Prompt stieß Fritz in der Dunkelheit auf eine große dunkelbraune Schlange, die er ohne Taschenlampe nicht entdeckt hätte!
Wir hatten am Abend schon besprochen, dass wir nicht die
Route an der Küste entlang nach Cairns nehmen wollten, sondern nochmal ein
Stück ins Landesinnere über die Atherton Tablelands. Der Weg führte uns auf dem
Weg nach Innisfail zunächst am Hichinbrook Lookout vorbei, von dem man eine
fantastische Aussicht auf die gleichnamige Insel hat. Unser nächster Stopp war
Cardwell, das direkt am Meer liegt. Man kann direkt am Strand halten und schöne
Fotos machen – das reinste Postkartenidyll, wie man sich halt einen tropischen
Sandstrand vorstellt. Leider kann man nicht reingehen wegen der
Salzwasserkrokodile und am Strand kann man sich auch nicht aufhalten wegen der
Sandfliegen. Too bad!
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| Strand von Cardwell |
Sophie zeigte uns
anschließend Tully mit seinem Wahrzeichen, dem
goldenen Gummistiefel. Tully ist die feuchteste Stadt Australiens und so viel
Wasser, wie in den Gummistiefel passt fiel im Jahr 1985 auf einen Quadratmeter.
Ausserdem hat Sophie in Tully drei Tage lang auf einer Bananenfarm gearbeitet,
bis sie gefeuert wurde. Das ist ein trostloser Ort, der nichts außer Farmarbeit zu bieten hat.
Es muss schrecklich
gewesen sein bei diesem schwül-heißem Klima, den Spinnen und den rauen Umgangston!
Da tat sie mir im Nachhinein noch ziemlich leid, dass sie das machen musste.
Nachdem wir unsere Vorräte in Innisfail aufgefüllt hatten,
fuhren wir hoch in die Tablelands. Dort wurde es merklich kühler und die
Landschaft und Vegetation änderte sich schnell. Wir kamen an einer Teeplantage
vorbei und die Zuckerrohrfelder machten Viehweiden Platz, auf denen viele
Rinder und einige Schafe grasten. Es sah fast wie im bayrischen Voralpenland
aus.
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| Teeplantage |
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| Tablelands | |
Am Spätnachmittag erreichten wi r Millaa Millaa, wo wir auf
einem Campingplatz eincheckten. Von dort aus erkundeten wir mit Sophies Auto
den nahegelegenen Waterfall Circuit. Auf diesem Rundweg kommt man an drei sehr
schönen Wasserfällen vorbei. Leider konnten wir keine der hier vorkommenden
Baumkängurus oder Schnabeltiere sehen, aber die Wasserfälle haben uns sehr gut
gefalllen.
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| Atherton |
Nach dem Frühstück ging es am nächsten Tag weiter zum in der
Regenzeit mit bis zu 65 Metern, breitesten Wasserfall Australiens – den
Millistream Falls. Auf dem Weg nach Atherton, der Hauptstadt der Tablelands,
kamen wir an einem Nationalpark vorbei, der einen gruseligen und sehr tiefen
Kratersee hat, der Hypipamee National Park, genannt „The Crater“. Der liegt in
einem sehr schönen Regenwaldgebiet und man kann ihn von einer
Aussichtsplattform aus anschauen. Reingehen kann und will man da gar nicht. Er
hat einen Durchmesser von mehr als 60 Meter und
eine Wassertiefe von 85 Meter. Er soll durch eine Gasexplosion
entstanden sein. In dem Wasser leben einzigartige Bakterien und wer weiß, was
sonst noch alles. Er wirkt jedenfalls ziemlich gruselig.
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| Breitester Wasserfall Australiens |
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| The Crater |
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| Dino-Fußabdruck |