Mittwoch, 9. Januar 2019

Abreise aus Brisbane


Nach dem Frühstück schrieben wir einen Abschiedsgruss für unseren Host, den wir nur selten zu Gesicht bekommen hatten. Mehr als mit ihm haben wir noch mit seinen Eltern geredet, die einmal da waren, um nach dem Rechten zu sehen. Die waren sehr nett und gesprächig. Der Mann war vor vielen Jahren mal in Deutschland in Essen, wo er für seine Firma eine Presse bei Krupp kaufte oder abholte. Bei der Gelegenheit besuchte er eine Stadt in der Nähe mit einer großen Kathedrale, wahrscheinlich Köln, was ihn sehr beeindruckt hatte, weil die so alt war. Die ältesten Gebäude hier sind höchstens 200 Jahre alt.
Wir gingen mit unseren Rucksäcken vor die Tür und bestellten einen Uber-Fahrer, der innerhalb von 2 Minuten da war. Es war wieder ein Inder, ein Sikh. Er wollte wissen, wo wir herkämen und als er hörte aus Deutschland, fragte er, ob wir Hitler kennen. Nach einigen Fragen, vor allem wie Hitler ums Leben kam, erzählte er uns von einem – wie wir verstanden – Sikh Märtyrer, wie der gefoltert wurde, damit er seinem Glauben abschwört und er sich nicht beeindrucken ließ. Anscheinend hielt er Hitler ebenso für einen Märtyrer, der für seinen Glauben starb. Wir konnten ihn nicht von etwas anderem überzeugen.
Immerhin brachte er uns schnurstracks zur angegebenen Adresse, wo wir den Camper in Empfang nehmen sollten.  Die Damen in dem Vermiet-Büro nahmen uns sehr freundlich in Empfang, wir mussten einige Unterschriften leisten und alles ging rucki-zucki über die Bühne. Im Schnelldurchgang wurde uns der Camper gezeigt inklusive Funktion des Navi, der Küche, aller Anschlüsse für Wasser, Abwasser, Strom … alles gut, no worries!
Also packten wir unsere Rucksäcke ins Wohnmobil. Die Lady vom Vermietbüro hatte uns noch den Treffpunkt mit Sophie ins Navi eingegeben und – nachdem wir noch eine defekte Dachluke reklamiert hatten und diese auch gleich repariert wurde – gings auch schon los. Erst mal an den Linksverkehr gewöhnen, mit den vielen Turnarounds klarkommen und vor allem die Nerven bewahren.
Mit Sophie hatten wir uns vorher schon per Whatsapp verarbredet und sie kam mit ihrem Freund Alex zum Treffpunkt. Wir verspäteten uns etwas, weil wir uns trotz Navi verfahren hatten und sie wunderten sich schon, wo wir blieben. Na ja, schließlich haben wir uns doch gefunden!
Nachdem wir im australischen Aldi alle Grundnahrungsmittel eingekauft hatten, uns im Liquorland mit dem von Sophie empfohlenen Bier versorgt hatten, starteten wir unsere Reise Richtung Norden und fuhren aus Brisbane hinaus bis Bribie Island. Dort steuerten wir einen Campingplatz kurz vor der Insel an, kochten uns Abendessen und verbrachten dort unsere erste Nacht.  
Feierabend ist hier im Allgemeinen um 17:00 Uhr. Da schließt schon vieles – wenn nicht schon vorher und die Geschäfte machen um 6 zu. Jedenfalls, die, in denen wir waren. Auf dem Campingplatz heißt es, um 10 muss man still sein und wenn man einen Campingplatz anfährt, ist die Rezeption schon um halb sechs oder sechs geschlossen. Also, ja nicht später ankommen!








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