Nach dem Frühstück schrieben wir einen Abschiedsgruss für
unseren Host, den wir nur selten zu Gesicht bekommen hatten. Mehr als mit ihm
haben wir noch mit seinen Eltern geredet, die einmal da waren, um nach dem Rechten zu sehen. Die waren sehr
nett und gesprächig. Der Mann war vor vielen Jahren mal in Deutschland in
Essen, wo er für seine Firma eine Presse bei Krupp kaufte oder abholte. Bei der
Gelegenheit besuchte er eine Stadt in der Nähe mit einer großen Kathedrale,
wahrscheinlich Köln, was ihn sehr beeindruckt hatte, weil die so alt war. Die
ältesten Gebäude hier sind höchstens 200 Jahre alt.
Wir gingen mit unseren Rucksäcken vor die Tür und bestellten
einen Uber-Fahrer, der innerhalb von 2 Minuten da war. Es war wieder ein Inder,
ein Sikh. Er wollte wissen, wo wir herkämen und als er hörte aus Deutschland,
fragte er, ob wir Hitler kennen. Nach einigen Fragen, vor allem wie Hitler ums
Leben kam, erzählte er uns von einem – wie wir verstanden – Sikh Märtyrer, wie
der gefoltert wurde, damit er seinem Glauben abschwört und er sich nicht
beeindrucken ließ. Anscheinend hielt er Hitler ebenso für einen Märtyrer, der
für seinen Glauben starb. Wir konnten ihn nicht von etwas anderem überzeugen.
Immerhin brachte er uns schnurstracks zur angegebenen
Adresse, wo wir den Camper in Empfang nehmen sollten. Die Damen in dem Vermiet-Büro nahmen uns sehr
freundlich in Empfang, wir mussten einige Unterschriften leisten und alles ging
rucki-zucki über die Bühne. Im Schnelldurchgang wurde uns der Camper gezeigt
inklusive Funktion des Navi, der Küche, aller Anschlüsse für Wasser, Abwasser,
Strom … alles gut, no worries!
Also packten wir unsere Rucksäcke ins Wohnmobil. Die Lady
vom Vermietbüro hatte uns noch den Treffpunkt mit Sophie ins Navi eingegeben
und – nachdem wir noch eine defekte Dachluke reklamiert hatten und diese auch
gleich repariert wurde – gings auch schon los. Erst mal an den Linksverkehr
gewöhnen, mit den vielen Turnarounds klarkommen und vor allem die Nerven
bewahren.
Mit Sophie hatten wir uns vorher schon per Whatsapp
verarbredet und sie kam mit ihrem Freund Alex zum Treffpunkt. Wir verspäteten
uns etwas, weil wir uns trotz Navi verfahren hatten und sie wunderten sich
schon, wo wir blieben. Na ja, schließlich haben wir uns doch gefunden!
Nachdem wir im australischen Aldi alle Grundnahrungsmittel
eingekauft hatten, uns im Liquorland mit dem von Sophie empfohlenen Bier
versorgt hatten, starteten wir unsere Reise Richtung Norden und fuhren aus
Brisbane hinaus bis Bribie Island. Dort steuerten wir einen Campingplatz kurz
vor der Insel an, kochten uns Abendessen und verbrachten dort unsere erste Nacht.
Feierabend ist hier im Allgemeinen um 17:00 Uhr. Da schließt
schon vieles – wenn nicht schon vorher und die Geschäfte machen um 6 zu.
Jedenfalls, die, in denen wir waren. Auf dem Campingplatz heißt es, um 10 muss
man still sein und wenn man einen Campingplatz anfährt, ist die Rezeption schon um halb
sechs oder sechs geschlossen. Also, ja nicht später ankommen!

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